Gorillas schützen mit Künstlicher Intelligenz
Hasso-Plattner-Institut
Anlässlich unseres 10. Jubiläums im Dezember 2025 stellen wir regelmäßig die Menschen, Projekte und ihre Ziele vor, die das Ökosystem der Stiftung prägen.
Heute lernen wir Maximilian Schall kennen. Er ist Doktorand im Fachbereich „Artificial Intelligence & Intelligent Systems“ am Hasso-Plattner-Institut (HPI) und hilft mit, maschinelles Lernen für den Naturschutz nutzbar zu machen.
Maximilians Forschungsschwerpunkt ist die Anpassung von „Large Language Models“ und die Auswertung ihrer Einsatzmöglichkeiten in der realen Welt. Sein Interesse für angewandte Künstliche Intelligenz (KI) führte ihn in die Regenwälder des Kongobeckens, wo Gorillas durch komplexe Gefahren vom Aussterben bedroht sind. Im Rahmen des Projekts „GorillaWatch“ arbeitet Max eng mit Naturschützerin Dr. Magdalena Bermejo und ihrem Team vom Naturschutz- und Forschungsprogramm der Sabine Plattner African Charities (SPAC) zusammen. Gemeinsam als HPI und SPAC – zwei von der Hasso Plattner Foundation geförderte Leuchtturmprojekte – testen sie, wie Computer Vision genutzt werden kann, um Teams vor Ort bei der Identifizierung und Überwachung von Gorillapopulationen in der freien Natur zu unterstützen.
„Das Projekt ging aus einer Lehrveranstaltung für HPI-Studierende hervor,“ erzählt Max. „Für Studierende ist es bereichernd: Sie können ihre technischen Kompetenzen für einen realen und drängenden Zweck einsetzen und die Teams im Feld bekommen neue Tools an die Hand, um die Tiere zu schützen, denen sie ihr Leben verschrieben haben.“
Dieser zweifache Zweck – Bildung und Naturschutz – ist zentral für ihre Arbeit. Mit Bildmaterial von Kamerafallen entwickelten die HPI-Studierenden ein System, um einzelne Gorillas zu identifizieren und über die Zeit Veränderungen in ihren Verhaltensweisen oder ihrem Gesundheitszustand zu beobachten. Eine Pilotversion wurde im Herbst 2024 im Zoo Berlin getestet.
Max ist sich der künftigen Herausforderungen durchaus bewusst: „Maschinelles Lernen funktioniert nur, wenn es in enger Zusammenarbeit mit den Menschen entwickelt wird, die mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut sind. Die technische Seite allein reicht nicht aus.“ Sein Ziel ist es, etwas zu erschaffen, das nicht nur innovativ, sondern auch wirklich nützlich ist – sowohl für die Teams im Feld als auch für die Studierenden, die lernen, KI-Systeme verantwortungsvoll zu entwickeln.
Rückschläge gehörten dazu. „Augen zu und durch“, sagt er. Doch häufig sind es die Studierenden, welche die Dinge voranbringen. „Sie kommen mit frischen Ideen, vor allem, wenn der Rest von uns feststeckt. Das ist einer der besten Aspekte der Arbeit.“
Für die Zukunft hofft Max, dass die Stiftung weitere Projekte fördert, die Technologien einsetzen, um reale Herausforderungen zu bewältigen. „Gorillas sind wichtig“, sagt er. „Es wäre aber gut, auch andere bedrohte Tierarten zu schützen, von denen viele in der Öffentlichkeit weniger sichtbar sind.“
Sein Wunsch für die nächsten zehn Jahre? Eine stärkere Verbindung zwischen Innovation und den Gemeinden vor Ort. „Was wir brauchen, ist eine langfristige Wirkung, von der sowohl die Tiere als auch die Menschen profitieren, die ihren Lebensraum teilen. Hier kann Technologie einen wichtigen Beitrag leisten.“
Damit berührt Max ein Ziel, das die Projekte innerhalb des Ökosystems der Stiftung auch in der kommenden Dekade des philanthropischen Engagements verfolgen werden: die Entwicklung nachhaltiger Lösungen.
Was uns prägt – Geschichten aus zehn Jahren HPF
Zum Jubiläum teilen wir Geschichten aus unserem Ökosystem – Momentaufnahmen der Menschen und Ideen, die es prägen. Von Juli bis Dezember 2025 veröffentlichen wir regelmäßig neue Beiträge auf unserer Jubiläumsseite. Wir laden Dich ein, dabei zu sein – und vielleicht selbst Inspiration zu finden.